Freitag, 21. Februar 2014

Ein Räuber im Zauberwald - die Vernichtung einer Quelle zur Völkerwanderungszeit

Sehr viel Aufsehen erregt der Fund eines "Barbarenschatzes". In einem Wald bei Rülzheim wurde er mit einer Metallsonde aufgespürt und anschließend illegal ausgeräumt.
Bei dem Finder handelt es sich um einen seit geraumer Zeit in der Sondlerszene engagierten Raubgräber, der in der Südpfalz offenbar schon zahlreiche Fundstellen heimgesucht hat und insbesondere mit seinem "Zauberwald" prahlt. Die Behörden kamen ihm wegen Ermittlungen in anderen Fällen auf die Spur.
Der Fund wird gefeiert - und doch ist er in erster Linie ein Alarmsignal. Er demonstriert die Vernichtung historischer Quellen durch Schatzsucher.

Der Fund umfasst zahlreiche Objekte, die eine Datierung ins 5. Jahrhundert nahelegen.

Wissensverlust
Der Gewinn an Fundobjekten wiegt den Verlust an Wissen bei weitem nicht auf. Unter den Funden liegen zahlreiche Goldbeschläge vor. Nun wird gerätselt, ob die "kreuzförmig ornamentierten Goldbuckel die Robe eines Römers oder eines germanischen Stammesfürsten" zierten. Denkbär wäre aber auch, dass sie zu Pferdegeschirr gehörten. Da jedoch keine Fundlage dokumentiert wurde, läßt sich das nicht mehr klären. Wir können nur anhand von besser bekannten Vergleichsfunden Mutmaßungen anstellen - die gibt es aber nur in geringer Zahl, da auch andere einschlägige Schätze durch Raubgräber ans Tageslicht gekommen sind.
Vielleicht gehören im Rülzheimer Fund weitere Goldbeschläge zu demselben Stück. Die Fundlage hätte uns das erzählen können.

Die Beschläge eines Klappstuhls sind als Einzelteile auf uns gekommen. Die möglicherweise zugehörigen Eisenteile fehlen. Der Räuber hat die Rostteile möglicherweise entsorgt. Ein etwas jüngeres Vergleichsstück wurde 2006 bei regulären Grabungen der baden-württembergischen Denkmalpflege aus einem Grab bei Hessigheim geborgen. Die Eisenteile wurden selbstverständlich ebenso geborgen, wie die Silberteile - und ermöglichten so eine Rekonstruktion des Klappstuhls. Beim Rülzheimer Klappstuhl erfahren wir leider nichts mehr über die Anordnung der Einzelteile und haben somit auch keine zuverlässigen Informationen mehr, um das Stück zu rekonstruieren. Wir können nur für Ausstellungszwecke nach anderen Beispielen ein mehr oder weniger plausibles Arrangement der Einzelstücke vornehmen - wissenschaftlich ist das aber wertlos.
Die Wirkungen einer Raubgrabung sind vergleichbar
mit der Wirkung eines Aktenvernichters:
Das Material ist noch da, die Zusammenhänge sind vernichtet.
(Foto: wdwd [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons)

Das sind nur einige Informationslücken, die der Raubgräber bezüglich der Kenntnis der Einzelobjekte gerissen hat. Wir erfahren aber auch nichts mehr darüber, ob der Fund in einer Kiste, in einem Sack, in einem Erdloch, in einem Keller begraben war - oder gar in einem Sumpf versenkt war.

Die Hackspuren an dem Silberteller legen immerhin nahe, dass es sich nicht um einen Grabfund handelt -  was prinzipiell ebenfalls eine Möglichkeit darstellt, die wir nicht ausschließen können. Hätte der Raubgräber schlecht erhaltene Leichenreste überhaupt erkannt? Wohl kaum. Hätte er ein Grab pfleglicher behandelt?

Die Südpfalz ist eine Landschaft, die mit dem "Nibelungenschatz" verbunden wird. In den Medien wird hier nun jenseits jeder wissenschaftlicher Argumentation spekuliert. Fakt ist, dass der Rülzheimer Schatz nicht der erste aus der Region ist. Nur wenige Kilometer entfernt in Neupotz wurde seit 1967 bei Kiesbaggerarbeiten der "Hort von Neupotz" geborgen. Hier liegen ebenfalls keine Informationen zum Befundkontext vor, da die Funde aus dem Rheinkies ausgebaggert wurden. Vermutlich sind sie bei einer Rheinquerung verloren gegangen. Der Fund von Neupotz datiert ins 3. Jahrhundert, ist also um einiges älter als der neue Fund von Rülzheim.
"Schatzfunde" - der Archäologe spricht lieber von Hortfunden, da der heutige Wert nachrangig ist - sind aus der Völkerwanderungszeit in großer Zahl bekannt. Oft handelt es sich nur um eiserne Gerätschaften, die für Raubgräber eher uninteressant sind, da die Restaurierung aufwändig ist. Dabei gibt es ganz verschiedene Hintergründe, wie solche Hortfunde zustande kommen. Bisweilen ist es das Plünderungsgut, das Barbarenhorden auf ihren Zügen unterwegs verloren oder zurück gelassen haben. Das wird etwa für Neupotz vermutet. Bisweilen sind es Objekte, die die lokalen Bewohner vor Plünderern versteckt haben - und nicht wieder bergen konnten. In einigen Fällen sind es auch Opferfunde aus Sümpfen, Seen und Flußarmen. Hier haben sich die Objekte oft auch über einen längeren Zeitraum angesammelt. Eine genaue Beobachtung der Fundlage wäre entscheidend gewesen, diese grundätzliche Frage zu klären.
Und Rülzheim?
Er ging als Barbarenschatz in die Medien. Sicher ist das nicht - denn der freundliche Raubgräber hat uns leider alle sicheren Indizien dazu zerstört.

Die Beurteilung des Schatzes von Rülzheim wird immer ein Fragezeichen behalten müssen. Nur noch bedingt lässt er sich heranziehen, um den Zerfall des antiken Staatswesens genauer zu beleuchten und nach den konkreten Vorgängen zu fragen. Gerade heute, wo wir solche Szenarien des Staatszerfalls in Afrika und im Nahen Osten erleben, wäre es angebracht, darüber nachzudenken, welche Rolle solche Szenarien für unsere eigene Kultur spielen. Auch diese Kraft des Schatzes von Rülzheim hat der Räuber im Zauberwald zerstört - es sind nur noch Objekte.  


Medienecho

Nachträge:
Einige der Zeitungsmeldungen nehmen Bezug auf den erst vor wenigen Tagen entdeckten Keller mit der Sammlung eines Raubgräbers mit Funden aus den Stadtkernen von Mainz, Worms und Alzey (vergl. Archaeologik 5.2.2014).


Unkenntnis in der Bevölkerung und Egoismus unter Sondlern
dokumentiert sich in den Kommentarfunktionen vieler der genannten Zeitungsmeldungen, aber auch in verschiedenen facebook-Gruppen, etwa der von Spiegel online (https://www.facebook.com/spiegelonline/posts/10152200055419911?stream_ref=10 [mit dem heldenhaften Versuch einer Kollegin den teils dumpfsinnigen Kommentaren Argumente entgegen zu halten]) oder einer Sondengängerseite (https://www.facebook.com/MetalDetectingNews?fref=ts). Hier wird deutlich, wie sehr es die Archäologie versäumt hat, ihre Funde in ihrem wissenschaftlichen Wert darzustellen. Denn im "Finden" sind heutzutage die Illegalen tatsächlich besser, dabei zerstören sie aber genau das, was wir der Nachwelt in möglichst großer Zahl erhalten sollten: den historischen Quellenwert.

Die Meldepflicht in den Denkmalschutzgesetzen und das Schatzregal, das in einigen Bundesländern gilt, dient nicht dazu, Bürger abzuzocken und ihnen ihr Eigentum zu nehmen. Historisches Erbe sollte der Allgemeinheit gehören und der Wissenschaft mit seinem ganzen Informationsgehalt zur Verfügung stehen. Dass Finder immer wieder über ein Desinteresse aus der Wissenschaft klagen, hat vornehmlich zwei Gründe: 1.) andauernder, selten öffentlich thematisierter Personalnotstand und 2.) der geringe wissenschaftliche Wert aus dem Boden gerissener Einzelgegenstände, zu denen häufig falsche Fundangaben gemacht werden, etwa um Schatzregalen zu entgehen oder wertsteigendere Expertisen zu erhalten.
Derzeit sieht das Denkmalschutzgesetz in Rheinland-Pfalz einen Finderlohn vor. Bleibt zu hoffen, dass der Raubgräber leer ausgehen wird, denn die Zerstörung historischer Quellen aus Fundgier darf nicht auch noch belohnt werden - viele Sondler spekulieren auf solche Fundprämien. Hier muss sicher gestellt werden, dass sie nur an ehrliche Finder gehen, die rechtzeitig Fachleute einschalten, damit die Funde auch ihren Wert behalten. Sie haben Anerkennung verdient - der Räuber aus dem Wald von Rülzheim gewiss nicht.

Literaturhinweis
  • A. Wieczorek/ P. Périn (Hrsg.), Das Gold der Barbarenfürsten. Schätze aus Prunkgräbern des 5. Jahrhunderts n.Chr. zwischen Kaukasus und Gallien (Stuttgart 2001)

 

Interner Link

Kommentare:

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Das Medienecho ist enorm, aber auch die Reaktionen in den einschlägigen Internet- Foren. Der "Schatzsucher" scheint seine bisherige Fangemeinde eher noch in dem unrechten Tun zu bestärken und erhält nach wie vor Glückwünsche und ermunternden Zuspruch. Auf einer Internetplattform stellte er selbst seinen unverzeihlichen Verstoß unter dem Titel: "Mein Barbarenschatz" ein. "Sondelpower" lässt keinerlei Einsicht erkennen. Viele Forenmitglieder haben sich aber schon vor dieser Sache von ihm ab gewendet, in einem Fall wie es aussieht ein ganzes Forum. Es gibt nur zwei Kategorien von Sondengängern: Die einen arbeiten ehrenamtlich im Auftrag und mit Genehmigungen der Denkmalpflege. Die anderen, die zahlenmäßig wohl Überlegenen, haben diese Genehmigung nicht. Als seriöser Forenbetreiber hätte ich das Anliegen, anonyme "Sondler", die offensichtlich ohne jedwede Genehmigung Funde einstellen generell aus zu schließen. Die Schutzgesetze scheinen das Papier nicht wert zu sein, auf dem sie gedruckt sind. Auf die juristischen Folgen darf man gespannt sein, wenn sie überhaupt an die Öffentlichkeit gelangen. Angesichts der offensichtlichen Unreife der Person, wird man ohnehin von einer Jugendstrafsache aus gehen müssen, vermute ich mal.

Anonym hat gesagt…

Lächerlich!!!!!
So wie wir sondengänger immer wieder an den Pranger gestellt werden. Ich denke ich spreche für die Mehrheit unter den sondengängern wenn ich sage das dem Finder solcher historischen Dinge Dank und Anerkennung gebührt und keine Strafanzeige und Beschimpfung. Ohne ihn wären die Dinge im Boden vergammelt um es auf den Punkt zu bringen. Die meisten sondengänger wären bereit ihren fund der Öffentlichkeit zu überlassen wenn vernünftige Voraussetzungen geschaffen wären.

Rainer Schreg hat gesagt…

Genau - ihr Kommentar ist lächerlich!
Warum soll jemand dank erhalten, dafür, dass er Dinge kaputt macht?
Es geht nicht um die Objekte, es geht um deren historischen Zeugniswert. Den verlieren sie zu einem Großteil, wenn sie aus ihrem Zusammenhang gerissen werden. Wir erleben in den letzten Jahren, wie sich Forschungsmethoden weiterentwickeln (dazu gehört beispielsweise auch die Metallsonde) und wir aus der orginalen Fundsituation immer mehr Informationen ziehen können. Da wird in 20 Jahren noch vieles mehr möglich sein - wenn die Sondengänger noch was übrig gelassen haben.
Sondengänger, die mit wissenschaftlicher Ethik arbeiten gebührt der Dank - ganz zweifellos! Aber nicht denen, die auf eigene Faust graben und ihren tollen Fund selbst vernichten.

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Dazu noch einmal aus meiner Sicht: Grundsätzlich geht es um unser aller geschichtliches Erbe. Wer das ungefragt aus der Erde reißt, beraubt die Allgemeinheit und bringt uns um unsere Geschichte. Die Welt ist voller Anmaßungen und Zumutungen. Dafür auch noch Belohnungen ein zu fordern ist eine Weitere davon.

Biggi hat gesagt…

Leider sind Sondengänger, welche mit einer wissenschaftlicher Ethik arbeiten, in der Minderzahl. Es gibt da draussen Tausende von Sondengängern, die es nicht interessiert, was sie unwiederbringlich zerstören. Bei denen zählt nur der Fund, den sich gemacht haben. Es ist doch nun wirklich nicht schwer zu verstehen, dass es in der Archäologie nicht um Funde sondern um BEFUNDE geht!.Ich hoffe sehr, das dies noch in einigen nicht zu verbohrten Köpfen ankommt...

Der böse Wikinger hat gesagt…

Zitat: "Die meisten sondengänger wären bereit ihren fund der Öffentlichkeit zu überlassen wenn vernünftige Voraussetzungen geschaffen wären."

Wenn ich das nun richtig deute, dann meinen Sie also, das "die meisten" Sondengänger Raubgräber sind?! Interessant!

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Ich denke ich spreche für die Mehrheit unter den sondengängern wenn ich sage das dem Finder solcher historischen Dinge Dank und Anerkennung gebührt und keine Strafanzeige und Beschimpfung."
=> nein, das tun Sie nicht. Ich bin selbst Sondengänger, es leiden die durchaus zahlreich vorhandenen "vernünftigen" (es wurde hier auch von wissenschaftlicher Ethik gesprochen) enorm unter dem Verhalten der schwarzen Schafe. In jeglichem Bereich der Gesellschaft begegnet man leider solchen Individuen, die einen ganzen "Stand" in Verruf bringen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Sondlern und Archäologen ist möglich, dafür gibt es Beispiele. Diese schaffen es nur leider nicht, eine solche mediale Aufmerksamkeit zu generieren.

Leider sind Diskussionen in Internetforen mit diesem Klientel meist recht fruchtlos. Ich persönlich versuche inzwischen die "Neulinge" zumindest in die richtige Richtung zu lenken, soweit mir das möglich ist. Parallel dazu gilt es die Zusammenarbeit zwischen Sondengängern und Archäologen "weiter" zu verbessern. Ja, es gibt Ansätze - diese müssen ausgebaut werden. Reglementieren, Bestrafen, Drohen, das ist das letzte Mittel der Wahl. Sondengänger wie der Finder hier lassen sich auch davon nicht abschrecken. Und dann sind wir in der Tat bei Raubgräbern. Und mit solchen möchte ich mich nicht vergleichen lassen - kann allerdings auch nicht hinnehmen wenn alle über einen Kamm geschert werden.

Anonym hat gesagt…

Zitat: ......Fundgier darf nicht auch noch belohnt werden - viele Sondler spekulieren auf solche Fundprämien. Hier muss sicher gestellt werden, dass sie nur an ehrliche Finder gehen, die rechtzeitig Fachleute einschalten, damit die Funde auch ihren Wert behalten. Sie haben Anerkennung verdient - der Räuber aus dem Wald von Rülzheim gewiss nicht.

„Sondengänger sind allesamt Raubgräber, die rücksichtslos Bodendenkmäler plündern!“
Das ist die Meinung, die derzeit vielfach in der Presse auf Betreiben der Landesdenkmalämter die Runde macht.
Doch ist dies wirklich so? Liegt es denn nicht oft gerade an dieser pauschalen Verteufelung von Hobbyarchäologen und am Umgang der Ämter mit diesen, dass es immer mehr zu Unstimmigkeiten kommt.
Dass die Landesdenkmalämter dabei auch eine manchmal merkwürdige Rechtsauffassung zu Tage legen, macht nun der zu Ende gegangene Rechtsstreit zwischen dem Landesamt f. Denkmalpflege in Hessen deutlich, das sich vom Oberlandesgericht Frankfurt rechtlich belehren lassen musste.

Der Sondengänger Michael Gehrking suchte mit Genehmigung der Landesdenkmalbehörde auf einem Acker in Hessen und fand merowingische Objekte, die auf einen merowingischen Friedhof hindeuteten. Davon ging auch das Landesamt f. Denkmalpflege aus, das in der darauf folgenden Korrespondenz selbst von einem „merowingischen Gräberfeld“ sprach.
Michael Gehrking verhielt sich vorbildlich. Er dokumentierte die Fundstücke mit Fundstellen und stellte seine Untersuchungen ein, um Fundzusammenhänge nicht zu zerstören und machte dem Amt Meldung. Als er dabei seinen gesetzlichen Anspruch auf Fundteilung zur Hälfte gem. den gesetzlichen Vorschriften anmeldete, reagierte das Amt abweisend. An Fundstücken, die noch im Boden verborgen seien, könne man keine Ansprüche erwerben.
Gehrking setzte sich zur Wehr und beauftragte den auf diesem Gebiet versierten Rechtsanwalt Peter Hofmann (Kanzlei Hofmann-Beck) aus Schweinfurt, der bereits mehrere Prozesse dieser Art geführt hatte. Die von diesem eingereichte Klage hatte zur Folge, dass das Amt sogar bestritt, dass es sich um Grabfunde handele, obwohl es dies selbst zuvor schriftlich bekundet hatte. Zudem meinte dieses, man könne keine Ansprüche auf noch nicht geborgene unbestimmte antike Funde erheben, die sich noch im Boden befänden.
Bereits das Erstgericht, das Landgericht Wiesbaden, bejahte dies jedoch, meinte jedoch, eine sachverständige geomagnetische Untersuchung hätte keine klaren Fundzusammenhänge ergeben, da nicht klar sei, ob es sich tatsächlich um ein Gräberfeld handele und wies die Klage ab.
Das Oberlandesgericht Frankfurt korrigierte nun dieses Urteil und gab der Klage Gehrkings statt. (siehe nachfolgende Ausführungen)

Anonym hat gesagt…

Anmerkungen zum Urteil des OLG Frankfurt 11 U 113t12
Michael Gehrking/Land Hessen
Rechtsanwalt Peter Hofmann, Schweinfurt, Zehntstr.22, 97421 Schweinfurt

Dieses Urteil entschied über 2 rechtlich bis dato zumindest höchstrichterlich noch nicht entschiedene Rechtsfragen:
• Kann gem. der Bestimmung des § 984 BGB bei einem Schatzfund Eigentum an nicht geborgenen (also noch im Erdreich befindlichen) und völlig unbestimmten Gegenständen erlangt werden?
• In welchem Umfang können Eigentumsrechte (besser: Anwartschaftsrechte auf Eigentumserwerb) erworben werden, wenn sich mehrere archäologische Befunde im Erdreich befinden?

Zu 1)
Bereits das Landgericht Wiesbaden hatte in seinem durch das OLG Frankfurt nun überprüften und von diesem aufgehobenen Urteil, mit dem zunächst die Klage abgewiesen wurde, grundsätzlich bejaht, dass Eigentum an noch unbestimmten und verborgenen Objekten erworben werden kann. Diese bestätigte nun auch das OLG Frankfurt in seiner Entscheidung.
Dies war jedoch, auch wenn das Land Hessen dies vehement verneinte, nur logisch und gerecht, denn der Kläger hatte den gesetzlichen und behördlichen Vorschriften und Anweisungen entsprechend gehandelt, indem er, als nach seinen Erstfunden er zur Überzeugung kam, dass hier ein wesentlicher archäologischer Befund vorlag, die Suche unterbrochen hatte, um Befundzusammenhänge nicht zu stören, und dem Landesamt für Denkmalpflege Meldung machte. Er verhielt sich gesetzestreu, was zur Folge hatte, dass weitere zu erwartende Funde unterblieben. Dieses gesetzestreue Verhalten kann und darf jedoch dem Finder von archäologischen Objekten nicht zum Nachteil gereichen. Andernfalls würden durch behördliche oder gesetzliche Vorschriften die Rechte des § 984 BGB unterlaufen werden.
Dies haben beide Instanzen dieses Verfahrens richtig erkannt und somit diese Anwartschaftsrechte auf Eigentum bejaht.

Zu 2)
An dieser Frage ließ das Gericht erster Instanz zunächst die Klage scheitern. Es war der Auffassung, dass der Beweis eines Fundzusammenhangs für das beantragte Fundgebiet nicht erbracht worden sei, obwohl mehrere Befunde durch geomagnetische Untersuchungen eines Sachverständigen festgestellt werden konnten.
Das OLG Frankfurt sah dies in zweiter Instanz anders. Es hat richtig erkannt, dass ohne die Fundmeldung des Klägers all diese Befunde nicht bekannt worden wären und eben die Fundmeldung des Klägers auch ursächlich war für die Kenntnis von noch den festgestellten, jedoch noch nicht ausgegrabenen archäologischen Befunden.
Zu Recht hat es deshalb dem Kläger die Eigentumsrechte an den noch nicht geborgenen und vermuteten späteren Ausgrabungsgegenständen zugesprochen.

Dieses Urteil hat nun nach Einführung des „großen Schatzregals“ in Hessen dort wohl keine praktische Relevanz mehr. Es ist jedoch noch von ganz erheblicher Bedeutung in Bayern, aber zum Beispiel auch in Rheinland-Pfalz, denn dort ist das Schatzregal nur relevant für Ausgrabungsgegenstände mit besonderer wissenschaftlicher Bedeutung und im übrigen gilt auch dort die Regelung des § 984 BGB, wonach ein Schatzfund zwischen Finder und Grundstückeigentümer je hälftig zu teilen ist.

http://openjur.de/u/647158.html

Der böse Wikinger hat gesagt…

Zitat: "Und mit solchen möchte ich mich nicht vergleichen lassen - kann allerdings auch nicht hinnehmen wenn alle über einen Kamm geschert werden."

Dann machen Sie doch bitte mal einen Vorschlag, wie sich das vermeiden lässt. Das Problem ist doch, das sogar die, der oder nur ein Teil von den Sondengänger alle als "Sondengänger" bezeichnen. Unabhängig davon, ob es sich dabei um Raubgräber handeln, ehrenamtliche Sondengänger, Spaßsucher, Auftragssucher etc..

Eine Trennung wäre hier wirklich angebracht, damit eben nicht mehr alle "Sondengänger" über einen Kamm geschoren werden können!

Tim Asbrock hat gesagt…

Ich bin Sondengänger, meldender Sondengänger mit Genehmigung und arbeite eng mit der Landesarchäologie (LWL Münster) zusammen. Ich möchte den Ausführungen von Herrn Schreg in allen Punkten Recht geben und mich ganz klar von den geistigen Vergewaltigungen des ein oder anderen Sondengängers hier distanzieren, wir sind nicht alle so! Ich hoffe inständig das der Finder des Barbarenhortes eine saftige Strafe kassiert, die gleichzeitig auch endlich als Warnung an die schwarzen Schafe in der Szene geht! Über einen finderlohn darf im vorliegenden Fall nichtmal nachgedacht werden.
Hinzuzufügen ist ausserdem, das die Waldsuche (wie im vorliegenden Fall) und somit die Suche im ungestörten Boden nochmal eine ganz besondere Brisanz besitzt. Ich selbst suche nur auf gestörten Ackerflächen, im Wald habe ich bisher erst zwei mal im amtlichen auftrag gesucht. Der Wald sollte fur jeden Sondler, ohne Absprache mit der Denkmalbehörde, ein absolutes Tabu sein.

Ein Appel an die Archäologie: Bitte scheren Sie uns nicht alle über einen Kamm, arbeiten Sie mit uns zusammen und lassen Sie sich nicht von Beginn an von Vorurteilen leiten. Nur eine Fruchtbare zusammenarbeit kann solchen Idioten entgegenwirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit beim LWL Westfalen-Lippe mit Hr. Dr. Grünewald.

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Nun denn, wenn alles Allgemeingut in der Erde nur darauf wartet einen Eigentümer zu finden, regeln wir das nach dem Motto: Wer zuerst kommt...dann können sich die Sondengänger ja auf den entsprechenden Fundarealen bald in einer Reihe anstellen. Pläne für lohnende Areale gibt es auch im Netz:

http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/schatzsuche/schatzsuche-in-deutschland-34788848,var=a,view=conversionToLogin.bild.html

Herr, schmeiß Hirn runter!

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Die Dreistigkeit hat auch Gesicht und eine öffentliche Plattform. Unglaublich.
R.B.
http://www.bild.de/news/inland/diebstahl/barbarenschatz-gefunden-34788644.bild.html

Der böse Wikinger hat gesagt…

Hallo Herr Asbrock,

ich kann Ihnen da nur zustimmen!

Rainer Schreg hat gesagt…

Resonanz auch bei http://423930.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_423930.1181191151.1119638908.1119638908.1.vernichtung_historischer_quellen_durch_schatzsucher-aga_coburg.html

Anonym hat gesagt…

Ich bin Sondengänger und in einem Forum Mitglied.
Ich muß echt mal Sagen das zu 95% der Forenmitglider /Sondengänger das Handeln und der Umgang mit dem Fund das selbstverliebte Verhalten sich Stark von distanzieren. Einige Sondler wollten den schon zu Recht rücken. Wir Sondengänger verachten solche Raubgräber.

Anonym hat gesagt…

Das meinte ich: sieht man jemanden mit einem Detektor in der Hand, kommt einem landläufig das Wort "Raubgräber" eher in den Sinn als "ehrenamtlicher Sondengänger". Das ist der bisherigen Entwicklung geschuldet, teilweise auch der Tatsache dass die Medien mit "Raubgräberartikeln" eher Aufmerksamkeit erhalten als mit "ehrenamtlicher Sondengänger findet dies oder jenes".

Einen Vorschlag? Tja, auch hier bleibe ich bei meinem Hinweis, dass es durchaus gute Ansätze gibt. Diese müssen weiter verfolgt werden. Leider tut sich da nichts von heute auf morgen, aber die Situation wie sie heute ist entstand ja auch nicht über Nacht.

Diejenigen die sich für ein konstruktives Miteinander zwischen Amt und Sondlern einsetzen inkl. Spielregeln hierfür, ernten leider auf beiden Seiten auch Kritik. Doch nur durch das Miteinander kann es funktionieren.

Im Übrigen schätze ich Herrn Asbrock sehr, schließe mich seiner Meinung an. Da Sie dies ebenfalls tun, kann unsere Grundidee so unterschiedlich gar nicht sein.

Anonym hat gesagt…

DIE ZEIT Nº 16/2010Aktualisiert 15. April 2010
Hobbyarchäologen Kein Finderlohn
Wer in Deutschland einen Schatz findet, muss ihn laut Gesetz dem Land überlassen. Doch einige Goldgräber verheimlichen ihren Fund lieber, als ihn abzugeben. von Frauke Lüpke-Narberhaus
Ein Hobby-Schatzsucher stieß in England auf einen riesigen Goldschatz. In Deutschland bekäme er dafür eine Strafe statt Finderlohn | © Christopher Furlong/Getty Images
http://www.zeit.de/2010/16/Acker-Schatzsuche-Kasten
Von der Uni Freiburg wurde jetzt eine wissenschaftliche Untersuchung zum Schatzregal erstellt. Sie kommt zu dem Schluss, dass ein Schatzregal dem Denkmalschutz entgegen wirkt.
Vom rechten Umgang mit Sondengängern:
Das „Portable Antiquities Scheme“ in England und Wales und seine Folgen
http://www.dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Huth.pdf
s.a.
Dr. Ralf Fischer zu Cramburg, Das Schatzregal.
Der obrigkeitliche Anspruch auf das Eigentum an Schatzfunden in den deutschen Rechten
[= Veroeffentlichungen der Gesellschaft fuer Historische Hilfswissenschaften 6]. Hoehr-Grenzhausen: Numismatischer Verlag Gerd Martin Forneck 2001. 222 S., 48 EUR.


http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=h-museum&month=0202&week=&msg=F95b05lIxnoQUdhozEpBJg&user=&pw=




Anonym hat gesagt…


Schreg begrüßt unsinniges Schatzregal in NRW

http://archaeologik.blogspot.de/2013/07/neues-denkmalsschutzgesetz-in-nrw.html

http://archiv.twoday.net/stories/444867474/

http://archiv.twoday.net/search?q=schatzregal


Anonym hat gesagt…

s.a.
Dieser Artikel beschreibt ein Gedankenexperiment zur Sondengängerproblematik. Teilnahmeberechtigt sind nur Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege deutscher Landesdenkmalsämter.

Durch welche Maßnahmen könnten Sie, rein hypothetisch, erreichen, dass Sondengänger ihre Funde nicht melden?

http://www.sondengaenger-deutschland.de/higr/amar/sondengaengerabschreckung/sondengaengerabschreckung.html

Rainer Schreg hat gesagt…

Ja, der Historiker-Kollege ist mit juristischen Argumenten dagegen - ich sehe eben einige fachlich-archäologische Argumente die dafür sprechen.
Und ja, da ist eine inhaltliche Diskussion erforderlich

Lesefunde Blaubeuren hat gesagt…

Und weiter geht's. Die Presse bleibt dran.
http://m.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schatzsuche-forscher-beklagen-zerstoerte-fundstaetten.78f43800-8746-4db6-a5ec-067344fc5566.html

Rainer Schreg hat gesagt…

aufgegriffen von WRINT (Wer redet ist nicht tot) - ein Wissenschaftspodcast, ab 1:16 - http://www.wrint.de/2014/02/26/wr260-mehr-chinesen-als-rheinlaender/#t=1:18:33.081

Anonym hat gesagt…

Alle Sonden einsammeln, alle Sondengänger tätowieren und Sondeln unter Todesstrafe stellen. So werden wir gemeinsam Herr der Lage!

Anonym hat gesagt…

Auch "Fokus" sorgt dafür, dass morgen noch ein paar Vollpfosten mehr unsere Wälder durchwühlen...
http://www.focus.de/finanzen/boerse/gold/nibelungenhort-und-stoertebeker-so-finden-sie-deutschlands-verborgene-goldschaetze_id_3656691.html

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Die Welt.
http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article125404726/In-Deutschland-schlummern-Tausende-Goldverstecke.html

Rainer Schreg hat gesagt…

aufgegriffen: http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/schatz-gefunden-wissen-zerstoert-der-barbarenschatz-aus-der-pfalz-29366/

Anonym hat gesagt…

Warum vergammlen heute Funde in der Erde, die bereits 2000 Jahre ohne maßgebliche Zerstörung durch Natur und Mensch in der Erde überlebt haben, bis eines von aus Erfahrung zahlreichen schwarzen Schafen der Sondengängerei sie endgültig zerstört haben. Dazu sei bemerkt, dass der nun für die Wissenschaft eindeutig verlorene Fund ja offenbar in einem Wald gemacht wurde, wo er auch auf lange Sicht sicher vor Zersörung durch Baumaßnahmen oder intensiver Ackerwirtschaft gewesen wäre. Man muss als Fazit sagen, dass derartige Funde nirgends besser aufgehoben sind, als unter der Erde; und das ist auch ein Motto, das der Archäologie und jedem ernsthaften Sondengängern bewusst ist. Zukünftige Generationen werden dies sicher ebenso sehen und wären dankbar, wenn ihnen noch jene Objekte, die heutzutage vor unkontrollierten Baumaßnehmen und anderseweitigen problemastischen Bodeneingriffen geschützt in der Erde liegen, wissenschaftlich korrekt dokumentiert zugänglich sind.
Zuletzt sei noch angemerkt, dass man bereits im 18./19. Jahrhundert in der Regel deutlich schlauer war als heute. Damals ist man bei Bodenfunden unbekannter Art zu einem "Kundigen" aus der Umgebung gegangen, woraufhin bereits damals mehr oder weniger gute archäologische Ausgrabungen, zumeist sogar unter Einbeziehung der Finder, möglich wurden. Worin heutzutage das Problem liegt dies zu tun, ist äußerst fraglich, denn Museen sind an allerlei Orten zu finden, aus Rülzheimer Sicht z.B. Rheinzabern oder Speyer. Es wird wohl die angst und das Bewiusstsein sein, dass man etwas Falsches gemacht hat und nicht deren Konsequenzen ausdiskutieren möchte, wenn folgende Frage von den Denkmalbehöreden kommt ""wie haben sie eigentlich diesen Fundplatz entdeckt?". Sicher ist nur: Der Finder wusste was er tat und er erkannte die Tragweite seiner Entdeckung bereits frühzeitig. Bereits ein kleiner Fund aus dem Komplex aber auch aus vielen anderen Fundplätzen würde langen um die Archäologie auf den Plan zu rufen und hätte dem Finder evtl. am Ende die hoffentlich nun folgenden negativen Folgen erspart. Ruhm und Ehre wäre dem Finder sicherlich auch zugekommen, was nicht zuletzt ähnliche Vorgänge aus dem angelsächsischen Raum zeigen. Das Bergen des kompletten Komplexes in einer oder meheren konstatierten Aktionen ist letztlich recht deutlich als persönliches Defizit des Finders zu sehen, welcher schlicht aus egosistischem Antrieb gehandelt hat um sich in der Szene zu profilieren und sich was schönes in die Vitrine zu stellen (wobei letzteres bei diesem Fund fast unwahrscheinlich, da zu auffällig scheint). Ich sehe nirgends einen Ansatz, dass er in dem Sinne genahndelt hat den Fund für die Menscheit als wertvolles Kulturgut fachgerecht zu sichern.

Anonym hat gesagt…

Er hat den Schatz nur im falschen Land gefunden. In England wäre er ein Held.

Rainer Schreg hat gesagt…

- und hätte doch kein bischen weniger schaden angerichtet.

Anonym hat gesagt…

Typisch Deutschland die Archis sind wie immer zu dumm einen Schatz zufinden ... Wie der Schatz der Sachsenkönige und andere die von Sondlern gefunden worden sind ...das sondeln sollte wie in anderen Ländern erlaubt werden .. Deutschland hat kein Geld für die Archis und wenn man überlegt wo überall in Deutschland einfach gebaut wird und viele Sachen dadurch nie wieder gefunden werden können sie froh sein das der junge Mann den Schatz gefunden hat .

Rainer Schreg hat gesagt…

Archäologen sind nicht dazu da, Schätze zu finden, sie erforschen unsere Geschichte und sichern die Quellen. Beschimpfen muss man die, die aus Gier und Fundsucht genau dieses vernichten. Der Schatz hätte dort im Wald gut noch Hunderte von Jahren liegen können. Künftige Generationen hätten dann auch noch ihre Geschichte erforschen können - wenn wir die Methodenentwicklung de rletzten Jahre sehen, wohl mit viel besseren Methoden, als dies heute möglich ist - die Dank des Sondlers, aber gar nicht erst zur Anwendung kommen konnten.

Anonym hat gesagt…

Leider nicht nur typisch Deutschland: Die Sondler sind fast immer zu dumm, zu erkennen, was für einen Schaden sie anrichten.
Was im Boden liegt, bleibt für künftige Generationen. Zerstörungen gilt es durch wissenschaftliche Bergungen zu minimieren.
Und jetzt müssen sich die wenigen Archäologen auch noch um die blöden Sondler kümmern und haben noch weniger Kapazitäten sich um die fortschreitende Zerstörung durch ausufernden Landverbrauch zu kümmern.
Danke, ihr blöden Sondler!
(Übrigens: Wer wirklich Geschichtsinteresse hat, wird sich nicht mit seiner langen Sonde identifizieren, sondern mit der Sache... In diesem Sinne rede ich pauschal von Sondlern. Wer mit dem Gerät wirklich archäologisch arbeitet, braucht sich hier nicht angesprochen fühlen.)
GW

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Wie man bei youtube sehen kann, sondelt die Sondelpowertruppe jetzt irgendwo in bayrischen Wäldern und Fluren und ein erstes, wie gewohnt peinliches Dokument wurde ein gestellt. Konzequenzen Fehlanzeige? Jetzt darf sich wohl Bayern auf die nächste archäologische Sensation freuen.

Anonym hat gesagt…

Ich glaube manche hier sind richtig eifersüchtig auf die Hobby Sondler, kein wunder das so wenige ihren fund verheimlichen, wenn sie doch nur an den Pranger gestellt werden. Ich finde wer was findet und ehrlich abgibt hat einen Finderlohn verdient und keine Strafe.

Anonym hat gesagt…

Ja, alles damit Frau Angela Meckel wieder Millionen ins Ausland spenden kann.

Rainer Schreg hat gesagt…

Ja, aber nicht wenn jemand den Fund ruiniert - oder auf Gewinn spekuliert! Funde sollten im Boden bleiben und man muss sich genau überlegen, ob Belohnungen nicht falsche Anreize bieten, Objekte aus ihrem Kontext zu reißen.
Warum nicht lieber das Geld als Aufwandsentschädigung oder Engagementprämie für ehrenamtliche Mitarbeiter der Denkmalpflege und Forschung einsetzen?
(Wobei das Geld jetzt eh schon hinten und vorne fehlt)

LESEFUNDE BLAUBEUREN hat gesagt…

Und weiter geht's im Zauberwald. Es ist scheinbar möglich, nach längerer Zeit noch die Koordinaten nachträglich zu erheben. Wie das gehen soll, ist mir unerklärlich. Die Selbstdarstellung geht weiter:
https://www.youtube.com/watch?v=sUb3Y5ZtxOw

Anonym hat gesagt…

Tja und wie der Fundort erst nach der archäologischen Untersuchung hinterlassen wurde.....Ein Lob an die Profis.

Einen ehrlichen Finder zu tätowieren oder mit Haft zu bestrafen kann doch nicht sein.
Der Aufruf an alle Sondler, keine Funde mehr zu melden!
Grabräuber sind Menschen ohne Verstand mit nichts als Habgier im Kopf.
Nicht Sondler die ihre Funde melden. Eine Entschuldigung und eine Belohnung sind hier angebracht.

Rainer Schreg hat gesagt…

Wo ist in diesem Fall der ehrliche Finder?
Die Funde dann zu melden, wenn die Polizei mehr oder weniger wegen anderer Fälle schon vor der Haustür steht, zeichnet sicher nicht den ehrlichen Finder aus.
Seltsam auch, wenn 'anonym' hier Sondler gegen Raubgräber absetzt und dann fordert, Sondler sollen keine Funde mehr melden. Offenbar geht es ihm doch nur um die Belohnung.

Ich weiß nicht, wie die Kollegen die Fundstelle hinterlassen haben. Vielleicht sind die Schnitte noch offen - aber sie haben ja auch nichts zu verbergen. 'Anonym' musste offenbar gleich zur Fundstelle pilgern - hoffentlich ohne Sonde.

Raubgräberjäger hat gesagt…

Es gab bei dem Sondengänger eine Hausdurchsuchung und dabei wurden auch die Rechner mit den Filmen beschlagnahmt. Da er gerne alle seine "Taten" mit der Videokamera aufgezeichnet hatte, man sieht vermutlich daraus in eines seiner neueren YouTube-Videos sogar eine kurze Szene von dem "Schatz" kurz nach der Plünderungsgrabung, war es eine sehr kluge Entscheidung von seinem Anwalt, das der mögliche Raubgräber diesen Fund abgab. Von Freiwilligkeit kann da wohl keine Rede mehr sein. Wie Sie ja schon richtig kommentiert haben: "Grabräuber sind Menschen ohne Verstand mit nichts als Habgier im Kopf." Kurz: Gier frisst Hirn.

Der Fundort wurde ordentlich hinterlassen. Aufgrund der Raubgrabung musste leider eine größere Fläche untersucht werden, als üblich. Wenn das Sie stört, dann beschweren Sie sich doch bitte bei dem Übeltäter und nicht hier!

Raubgräberjäger hat gesagt…

Nachtrag wegen Ihr: "Eine Entschuldigung und eine Belohnung sind hier angebracht."

Ich erwarte von dem Übeltäter eine Entschuldigung und eine Zahlung an die Allgemeinheit für seine Plünderung eines Bodendenkmales.

Biggi hat gesagt…

Der "ehrliche Finder" prahlte in Sondengänger-Foren mit seinen Funden und gab dort Zitate von sich wie: "Ich suche nun mal nicht für das Amt und werde dies auch nie tun. Eher Tanz ich mit dem Teufel." Das nennt sich dann ehrlicher Finder?
Ich finde es zudem erstaunlich, dass "Anonym" die Fundstelle kennt! Solle es sich bei "Anonym" etwa um den "ehrlichen Finder" selbt handeln?

babalou23 hat gesagt…

Im Falle des Hortfundes von Rülzheim haben wir es nicht mit einem ehrlichen Finder zu tun. Ohne Druck der Ermittlungen hätte er den Fund nämlich nicht herausgegeben. Daher halte ich eine Strafe für angemessen und keine Belohnung! Eine Belohnung wäre nur bei einer rechtzeitigen Meldung ohne vorherige Zerstörung der Fundstelle angemessen.

Der böse Wikinger hat gesagt…

Ich habe da mal eine Frage, nachdem ich mir seine YouTube-Videos angesehen habe. Wie kann man nachträglich, also nach Wochen und Monate noch irgendwelche Fundstellen, besonders auf einem Acker, mit einem GPS-Gerät einmessen? Das ist doch reine Show, was der SPB da treibt! Oder hat er die Fundstellen irgendwie mit irgendetwas (Zauberpulver) markiert?

Anonym hat gesagt…

In den Beiträgen hier treffen zwei Meinungen aufeinander, die beide gleich unvereinbar mit der Realität sind.
Zu den Archäologen hier: Sondengänger haben genauso wenig das Recht wissenschaftlich wertvolle historische Artefakte für sich zu beanspruchen wie die Archäologen. Fakt ist beide Seiten machen aber genau dieses. Und beide Seiten werden das weiter tun!
Gesetze helfen da nicht... Vor allem wenn diese in erster Konsequenz nur einen kleinen Teil der Bevölkerung nutzen. Langfristig decken hier nur wenige... Vor allem wenn es um das Sondel geht, das man durchaus als Sucht begreifen sollte.
Dann ist es so, dass ein Großteil der archäologisch untersuchten Befunde und Funde so schlecht dokumentiert und konserviert werden, dass diese ebenfalls nach 10 Jahren als im Datenmüll verschollen gelten können. Noch heute ist das so! Zudem kommt das die vollständigen Dokumentationen nur der wissenschaftlichen Welt offen gelegt werden und nicht technisch öffentlich einfach zugänglich gemacht werden.
Natürlich sind viele Sondengänger hirnlose Idioten, aber das sind nur die wenigsten und die gibt es auch bei den Archäologen. Viele Sondler handeln aber auch nur so, weil sie nicht abgeleitet werden, sie würden gerne anders arbeiten wollen, weil das Interesse in erster Linie der Geschichte gilt.

Also die Seite, die die Gesetze macht, muss die Verantwortung übernehmen und eine Lösung für die Situation finden.
Die Lösung ist nicht die Verunglimpfung und Niveaus Beschimpfung oder künstliche Kriminalisierung! Die Lösung ist eine Zusammenarbeit!

Und das muss schnell passieren, auch wir erfahrenen Sondler sind oft genau so gut im finden von historischen Orten wie Archäologen bei unbekannten Plätzen sogar besser. Und nach einer intensiven Begehung mit der Sonde ist so eine Fläche fundleer und nur in Zusammenarbeit mit den Archis auch dokumentiert !

PS. Ich sondle schon lange und auch schon viele Jahre in engster Zusammenarbeit mit den Archäologen!

Beste Grüße

Anonym hat gesagt…

Die Rehabilitation schreitet voran.
https://www.youtube.com/watch?v=7QlLHlbE0i0

Rainer Schreg hat gesagt…

Das ist keine Rehabilitation. Vor allem zeigt das Interview, dass B.C. keine Ahnung hat, von dem was er tut. "Keine Veränderungen der Bodenstrukturen", "ein wild gegrabenes Loch einer Barbarenhorde" - genau das sind Aussagen, die man nur bei sorgfältigen Grabungen feststellen kann. Übrigens, scheint es mir keineswegs sicher dass der Barbarenschatz von "Barbaren" vergraben wurde (was immer Barbaren auch sein mögen). Das ist im Augenblick eine Verlegenheitsinterpretation, weil man näheres aus dem Fundkontext nicht mehr in Erfahrung bringen kann.
Für die Völkerwanderungszeit als einer Unruheperiode wäre es durchaus interessant zu wissen, ob nicht auch Nachbarn die Unruhen ausgenutzt und geplündert haben - aber vielleicht ist das ganze ja auch der letzte Rest eines Grabes. Und - B.C. ist sicher in der Lage, ein schlecht erhaltenes Grab zu erkennen!
Wissenschaftliche Fragestellungen an den Befund hätte es entgegen der Ausrede des Herrn B.C. mehr als genug gegeben.

Der SWR bringt nämlich auch die wissenschaftliche Sicht: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/kontext/raeuber-graeber-und-gelehrte-warum-die-schatzsuche-im-wald-umstritten-ist/-/id=4352076/did=14390660/nid=4352076/xlbdkx/index.html

Anonym hat gesagt…

Die Möglichkeit, es "könnte ein Grab gewesen sein", dient wohl eher einer tendenziellen Berichterstattung. die "Beigaben" wären dann allesamt vor der Bestattung zerteilt worden? Diese Fakten sprechen doch ganz sicher für einen Hort, indem der Materialwert zu damaliger Zeit für den letzten Besitzer von Interesse war und nicht irgendein kultischer. Die Wahrscheinlichkeit, die hier sehr theoretisch ins Feld geführt wird, soll nach meiner Meinung nur das Ausmaß der Rabgrabung verschärfen, weil vermutlich vor Gericht die ganze Breite dieses barbarischen Aktes nicht ausreichend gesühnt wird. Wissenschaftler sollten sich an die Fakten halten und nicht Spekulationen streuen um ihr Territorium mit falschen Argumenten zu verteidigen. Mich hätte interessoiert, ob die Applikationen auf einen organischen Stoff aufgenäht oder genagelt, oder zum Zeitpunkt der Deponierung schon abgelöst worden sind. Durch das Herausrupfen aus dem Kontext wird das unbeantwortet bleiben. Die "wissenschaftliche Sicht" begeht hier weiter den Fehler nicht offen und ehrlich zu argumentieren, "nur weil sie im Recht ist" und am längeren Hebel sitzt. Das wird ihr hoffentlich auf den Kopf fallen. Hat sie das nötig? Ich verurteile diesen Akt moderner Barbarei, aber ich verurteile auch, dass nicht ehrlich damit um gegangen wird.

Rainer Schreg hat gesagt…

Die Möglichkeit eines Grabes halte ich durchaus nicht für unrealistisch - zwar eher unwahrscheinlich, aber eben wissenschaftlich am Befund nicht mehr überprüfbar. Mir ist bisher nicht klar, ob und wann der Klappstuhl zerlegt wurde. Die Option in dieser Diskussion ist nicht unehrlich - es ist nur so, dass vieles als gesichertes Wissen postuliert wird, was wir eigentlich nicht wissen können. Der Hortfund ist wahrscheinlich und die "Barbaren" als "Täter" vielleicht auch - aber gleichzeitig sind das die entscheidenden Fragen für die Bewertung des Komplexes. Vielleicht lässt sich da nach der Bearbeitung der Funde noch irgendwas sagen, wollen wir es hoffen. Die wichtigste Informationsquelle dazu wäre eben der Kontext gewesen, den der "Finder" auf dem Gewissen hat.

Anonym hat gesagt…

Wenn es hier in Deutschland nicht verboten wäre zu sondeln, würden vielleicht viele illegalen Sondler die Schätze abgeben und/oder frühzeitig melden.
Seit ihr echt so kurzsichtig?
Wenn man aber angst haben muss doofe Fragen gestellt zu bekommen wenn man einen Fund meldet, dann meldet man ihn doch erst garnicht..ist doch irgendwie logisch oder?
Ich stelle nur immer wieder fest, dass hier dies und jenes verboten ist...ist eigentlich noch irgendwas erlaubt?

Anonym hat gesagt…

Dann geh doch los und such das Zeug..wenn man eine anständige Belohnung erhalten würde, dann würden erstens viel mehr Leute suchen und zweitens auch viel mehr Funde frühzeitig gemeldet werden...denk mal drüber nach du Held der Allgemeinheit!

Anonym hat gesagt…

Schon mal auf die Idee gekommen, dass das Problem u.a. ist, dass einfach zu viele Leute sondeln? Warum soll die Archäologie dafür zahlen, dass man die Fundstellen kaputt macht?
Denk mal dadrüber nach.

Heiko hat gesagt…

Ich bin weder Archi noch Sondler, jedoch finde ich es echt bescheuert wie Ihr euch verhaltet. Ihr beschimpft euch gegenseitig statt gemeinsam für das Volk zu arbeiten.
Die Archeologen sind so engstirnig das man als normaler Bürger nichteinmal Ehrenamtlich erwünscht ist, auch wenn man Geschichtsinteresse nachweisen kann.
Es ging nicht nur mir so sondern auch 2 Kollegen, aber dann jammern das keine finanziellen Mittel da sind. Da sollten euch doch die Sondengänger wie gerufen kommen.
Natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Sondengängern, aber ich möchte nicht wissen wieviele Grabungshelfer und Archeologen schon Sachen unterschlagen haben. Auch bei euch gibt es die schwarzen Schafe.
Oben kam mal das Kommentar, das der Schatz da noch hätte liegenbeiben können. Klar Gold verrottet nicht aber wer Garantiert dafür das der vor dem 3. Weltkrieg gefunden worden wäre? Schonmal in die Zukunft geschaut? Wie sieht es aus mit Funden die aus Metallen sind die Witterungsbedingt veraltern und kaputt gehen können? Kupfermünzen oder z.B. Metallgegenstände aus dem Mittelalter. Wie wurde das Feld der Varusschlacht gefunden? Wie wurde die Himmelsscheibe von Nebra gefunden? ich will die Sondengänger nicht in Schutz nehmen aber trotz " Raubgräberei " haben sie wenn eventuell auch ungewollt Ihren Teil zur geschichte beigetragen. Auch wenn hier die Fundumstände zerstört worden sind wissen wir nun das die Kelten sich schon nach dem Himmel gerichtet haben. Hätten die Archeologen die Himmelsscheibe jeh gefunden? Wurde der Grabhügel nicht schonmal Archeologisch untersucht und die Himmelsscheibe wurde nicht gefunden ? Ich will euch hier kein Versagen vorwerfen aber das ging wohl in die Hose.
Da gab es einen Prinz dem sein Geschirr wurde vor dem 2. WK vergraben. Wer hat es gefunden? ein Sondengänger... Daraufhin haben Archeologen den Wald begutachtet und es wurde gesagt da gibt es nichts mehr. Kurz darauf fand ein Sondengänger 30m neben dem alten Fundort eine weitere Kiste. Warum wurde die nicht von den Archeologen gefunden?
Wollte der Leitende Archeologe den Schatz eventuell für sich behalten und an einen Kunsthändler weiterverkaufen?
Wie sie sehen kann man die offizielle Archeologie genauso in den Dreck ziehen, eure Gruppe arbeitet auch noch mit Steuergeldern da frag ich mich ob euch der Bürostuhl wichtiger ist wie Aktiv draussen zu forschen. Eigentlich sollte man euch das Budget pro Ehrenamtliche Bewerbung die abgeleht wird um 5000€ kürzen, vielleicht kommt Ihr dann mal aus den Sesseln und gebt anderen die helfen wollen auch mal eine chance oder sucht selbst aktiv vor der Türe mit " billiger einfacher Technik ".



Heiko hat gesagt…

Nun zu den Sondengängern:

was Ihr macht ist doch das selbe verbrechen wie die Archeologen, ein Teil von euch gräbt sachen aus und diese sind dann auf bestimmten Börsen zu finden statt das sie abgegeben werden.
Die Himmelsscheibe von Nebra wurde auf einem Grabhügel ausgegraben da muss man sich nicht wundern wenn so eine Gemeinschaft als Raubgräber hingestellt wird. Klar es ist nur ein kleiner Prozentsatz der so handelt aber genau die machen es euch schwer. Da mich die Geschichte Interessiert bin ich in sehr vielen Foren stiller Mitleser, der Finder des Barbarenschatzes ist mir in einem Forum öfter negativ aufgefallen mit seiner Prahlerei. Da verstehe ich nicht warum man so eine Person noch decken muss denn es waren eindeutig Funde dabei die sofort gemeldet werden sollten.
Da ist es schon verständlich das Archeologen stinkig werden.
Klar es gibt viele Ackerfunde, aber auch diese könne Wertvoll sein.
Ich denke aber auch wenn das Schatzregal nicht wäre würden da auch mehr sachen vorgezeigt werden weil Interesse besteht was da ausgegraben wurde.
Siehe England, es ist auch logisch das nicht jeder Sondengänger die richtigen Kentnisse hat um eine Ausgrabung zu machen.
Meinermeinung nach sind aber ein schnitt von 20cm Grabungstiefe nicht wirklich Archeologisch wertvoll. Wenn jetzt einer das Gegenteil behauptet weise ich mal auf Testgrabungen hin die mit einem Bagger von einer Breite x Höhe mit ca 1,5 metern gemacht werden und das mehrmals auf 6-... Metern Länge. Da ist dann wohl auch kein Fundzusammenhang mehr zu erkennen.
Ich habe desöfteren schon Sondengänger auf meine Wiesen und Acker gelassen und ca. jeder 10. ist wieder verschwunden ohne mir einen Fund zu zeigen bzw. wurden zum Teil die kleinen Löcher offen gelassen.

Das ist ein verhalten wo ich mir beim nächsten dann immer 2 mal überlegen muss ob ich ihm die Genehmigung erteile oder nicht.

Was mich erstaunt hat ist das viele einen haufen Müll in einer Tüte mitbringen auch grössere Traktorteile.

Was mir aber am meisten Stinkt das unsere Geschichte nicht von unserem Volk gemeinsam entdeckt werden kann und immer dieses hin und her ist.
Das verschwinden der Funde durch Sondengängern und ebenfalls das verschwinden der Funde durch Archeologen. Da die Archeologen zum teil bessere Kontakte an Sammler bzw. Abnehmer haben fällt es da nur nicht so auf.

Anonym hat gesagt…

Kein Mensch (egal ob Sondengänger oder andere) wird zukünftig noch einen Schatzfund melden. Die Schuld dafür liegt bei der Archäologie, die es einfach nicht drauf hat ein Umfeld zu schaffen in dem so etwas möglich ist.

Rainer Schreg hat gesagt…

Das Problem ist weniger das Nicht-Melden und Unterschlagen, als vielmehr das dillettantische Ausbuddeln und Zerstören von historischem Wissen.

Anonym hat gesagt…

Bei Herrn BC kann man in einem Kurs lernen, wie man die Fundstücke richtig birgt. Der hat nämlich eine Firma gegründet und für schlappe 150 Öcken weiß dann Jeder nach seinem "Professionalisierungskurs wie's richtig gemacht wird." Die Dreistigkeit hat einen Namen. Ich weiß nicht, ob es in der Pfalz überhaupt eine Staatsanwaltschaft gibt.

Anonym hat gesagt…

In NRW geht man mit dieser Thematik konstruktiver um. Man bietet Gespräche an und öffnet die Türen zur Kooperation. So das den Sondengängern die Möglichkeit gebeben wird sich weiterzubilden, mitzuwirken und auch Funde zu melden. Es wird überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen sich legal einzubringen. In RLP ist die Maßgabe per se alles zu verbieten und jeden, der kein ausgewiesener Archäologe ist, zu kriminalisieren, wenn er eine Sonde auch nur anschaut. Die Homepages der Denkmalschutzämter machen von vornherein die Aussage: "Hier kriegt grundsätzlich keiner eine Erlaubnis und die Stücke verbleiben lieber im Boden oder werden von der Windkraftindustrie zerstört, als das wir uns auch nur einen cm bewegen."

Herr Rainer Schreg mag ja mit seinen Ansprüchen an die Methodik des Aushebens bis zu einem gewissen Grad recht haben. Praktikabel ist das aber nicht. Wenn es zum Beispiel um eine Münze geht, die das Land eh nicht will, aber deren Fundort von Interesse ist.

dazydee hat gesagt…

Wenn mir etwas gehört und jemand anderes findet es und bringt es mir wieder, dann steht ihm gesetzlich ein Finderlohn von mindestens 5% zu (und Ersatz seiner Aufwendungen). Wenn der Eigentümer sich nicht ermitteln lässt, dann geht der Fund in das Eigentum des Finders über. Dieses Gesetz wird im allgemeinen als sinnvoll, moralisch richtig und praktikabel angesehen

Dann gibt es noch den §984 des BGB der bei einem Schatzfund gar die Hälfte dem Finder zuspricht.

Warum Länder nun meinen, eine Ausnahme zu diesen Gesetzen zu formulieren, wenn der Besitzer "Die Allgemeinheit" ist, ist mir Rätsel. Na gut, kein Rätsel, sondern leere Kassen und das Bewußtsein als Staat sich nicht den Regeln für den Pöbel unterwerfen zu müssen.

Das die Geschichte ein Allgemeingut ist, sehe ich auch. Muss man aber zur Geschichtsfindung wirklich den Silberschatz aneignen? Oder würde es reichen, wenn ein Finder den Fund melden muss, ihn nicht kaputmachen darf und nach §984 BGB die Hälfte zugestanden bekommt (nach eine Zeit von 3 Jahren z.B., um genügend Zeit für eine ordentliche Ausgrabung und Untersuchung zu gewährleisten. Alternativ eine Auszahlung).

Als zusätzliche Motivation würde ich noch einen Passus mit reinwerfen, nachdem unautorisiert Ausgebuddeltes ersatzlos beschlagnahmt werden darf, damit Raubgräber abgeschreckt und ehrliche Melder belohnt werden.

Gibt es einen wissenschaftlichen Grund, nach genauer Dokumentation der Fundstelle und der Untersuchung einen wertvollen Fund (oder einen Teil) nicht dem Finder geben zu können?

Anonym hat gesagt…

Forschungsfreiheit !

Rainer Schreg hat gesagt…

Raubgraben ist keine Forschung - sondern deren Vernichtung!
Genau wegen der Forschungsfreiheit brauchen wir die archäologischen Quellen und können es uns nicht leisten, dass unqualifizierte Schatzgräber sie dezimieren.