Mittwoch, 1. Juni 2016

Kulturgut in Syrien und Irak, Mai 2016

Diesen Monat wiederum nur eine weitgehend unkommentierte und kürzere Linkliste zu den Meldungen vom Mai.

Allgemeine Berichte

Palmyra


Konzert eines russischen Orchesters im Theater

Russisches Truppenlager in der Ruinenstätte





Zerstörungen in Palmyra durch Daesh (rot) und frühere Zerstörungen durch militärische Aktivitäten der syrischen Armee
Destruction in Palmyra by Daesh (red) and earlier destruction by military activities probably of the Syrian army (yellow), damage during military campaign against Daesh (light yellow)



Assad lässt Palmyra mit Christen besiedeln
11.5. - Daesh rückt wieder gegen Palmyra vor.
Danach habe ich keine konkreten Meldungen gefunden, doch finden Kämpfe immer noch unweit Palmyra statt, in die auch die US-Luftwaffe eingreift. 
Ein weiteres Massengrab mit Opfern von Daesh:

      Weitere Schadensmeldungen

      Damage Newsletter

      ASOR-Reports

      Die Wochenberichte reichen jetzt bis 10. Mai:
      Erschlossen durch einen Ortsindex:

      St. Simeon Stylites
      Ruinen der Kirche St. Simeon Stylites, 2005
      (Foto: Xvlun~commonswiki [CC BY SA 2.5]
      via WikimediaCommons)

      Am 13.5.wurde in den Social Media von schweren Zerstörungen in dem Pilgerzentrum St. Simeon Stylites westlich von Aleppo berichtet. Ein russischer Luftangriff soll die Kirche wie die Säule zerstört haben, auf der der Säulenheilige Simeon Stylites zu Beginn des 5. Jahrhunderts 47 Jahre seines Lebens verbracht haben soll. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden ist bisher schwer abzuschätzen, doch zeigt ein Foto einen tiefen Krater im Mittelschiff der Kirche.

      Tote Städte

      Natürlicher Verfall im Schatten des Krieges

        Raubgräber, Hehler, Sammler-Investoren


        Maßnahmen

          Ausbildung
          Dokumentation
          • http://www.fastcoexist.com/3060249/mapping-how-terrorists-are-destroying-the-worlds-cultural-sites
          Verbot für Import syrischer Antiken in die USA
          Rote Liste zu Syrien auf Türkisch

            Tagungen

            Die Diskussion um den Wert und Unsinn von 3D-Rekonstruktionen

            Zunehmende Kritik an den Rekonstruktionen, die suggerieren, das Original sei nicht weiter wichtig. "Schnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar (Ursula Quatember, Koldewey-Gesellschaft/ Univ. Graz).Schnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerScSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-BaudenkmaelerSchnelle Lösungen aus dem 3D-Drucker, die diese schmerzlichen Verluste des kulturellen Erbes der Menschheit zudecken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen, stellen keine adäquate Lösung dar" - derstandard.at/2000036630718/Forscher-gegen-Repliken-von-Zerstoerte-Baudenkmaeler

            Links

            frühere Meldungen zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (u.a. monatliche Reports, insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak

            Dank an diverse Kollegen für Hinweise und Übersetzungen.

            Donnerstag, 26. Mai 2016

            Alles bestens? Kein Interesse an Nachbesserungen

            verändert nach
            Wikimedia Commons
            Bei der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes in NRW 2013 wurde die Unterstützung der Besitzer von Baudenkmälern durch direkte, sog. "verlorene" Zuschüsse auf das Angebot (angeblich) günstiger Kredite umgestellt. Damals wurden gegen diese Pläne Bedenken laut, so dass versprochen wurde, nach circa zwei Jahren die Denkmalförderprogramme der NRW.Bank zu evaluieren solle. Zudem sollte ein Denkmalrat eingeführt werden, der im Gesetz schon lange vorgesehen war, sowie die Denkmalliste auf eine offen einsehbare Online-Datenbank umgestellt werden.
             
            Die DGUF hat nun nachgefragt - und keine klaren Antworten bekommen.

            Literaturhinweis:

            • F. Siegmund/ D. Scherzler, Archäologie und Baudenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 2014 – ein Jahr nach dem Ringen gegen Mittelkürzungen und für eine bessere gesetzliche Grundlage. Archäologische Informationen 37, 2014, 153-180. -  http://dx.doi.org/10.11588/ai.2014.0.18193.

            Samstag, 21. Mai 2016

            Geisteswissenschftler sind "nicht zu gebrauchen"

            Die Schweizerische Volkspartei hat 2015 den Schweizerischen Bundesrat aufgefordert, "Massnahmen zu ergreifen, damit es künftig weniger «Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Historiker, Kultur- und Kunstwissenschafter und dergleichen» gebe. Die Absolventen dieser Studiengänge seien in der Wirtschaft nicht zu gebrauchen und müssten in staatlichen Institutionen durchgefüttert werden."


            Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften stellt in einer Publikation den gesellschaftlichen Wert der Geisteswissenschaften dar:
            Den Geisteswissenschaften werden 5 Grundfunktionen  zugewiesen:
            1. Bewahren und Erinnern
            2. Verstehen und Deuten
            3. Imaginieren und Vorstellen
            4. Kritik und Diskurs
            5. Reflexion und Orientierung
            "Das kulturelle Gedächtnis speichert Erfahrungen, Strategien, Erkenntnisformen, Handlungs- und Deutungsmuster, Argumentationen, Begründungen, Geschichten und Bilder, die laufend in unterschiedlichsten Situationen und in unterschiedlichen Kombinationen aktiviert werden können. Die Sicherung der Zeugnisse und Spuren der Vergangenheit, die empirische Rekonstruktion der Vergangenheit, ist eine notwendige Voraussetzung geisteswissenschaftlicher Forschung. Deren Ziel ist es jedoch, diese Zeugnisse «zum Sprechen zu bringen und uns ihre Sprache verständlich zu machen» und damit eine zusätzliche symbolische Rekonstruktion zu leisten (Cassirer 1996, S. 271). Zugleich dient das kulturelle Gedächtnis der Vergewisserung, wird unter sich wandelnden Bedingungen laufend revidiert, korrigiert, ergänzt, neu gewichtet und auch aktualisiert."

            Samstag, 14. Mai 2016

            Ökologische "Teleconnections" in der industriellen Revolution

            Ein Vortrag von John R. McNeill über die ökologische Dimension der industriellen Revolution, gehalten am 19.2.2016 bei der grünen Henrich-Böll-Stiftung in Berlin:
            (> 2 h, englisch, leider ohne die Bilder)
             



            McNeill betont die industrielle Revolution als globales Phänomen. Er propagiert ökologische "Teleconnections" als eine ihrer Grundlagen, ohne die soziale Dimension zu vernachlässigen.