Sonntag, 14. Februar 2016

Eine neolithische Siedlungslandschaft aus der Luft

Bei GoogleMaps deutlich zu erkennen: Die neolithische Siedlungslandschaft rund um die archäologische Grabungsstätte Passo di Corvo bei Arpinova nordöstlich von Foggia in Süditalien. Charakteristisch für die frühneolithischen Siedlungen (ca. 7000-5000 v.Chr.) sind C-förmige Grabenanlagen, zwischen denen kleine Hütten standen, wie sie im archäologischen Park Passo di Corvo rekonstruiert sind. Die Fundstelle wurde während des Zweiten Weltkriegs in Luftbildern entdeckt.




Links

Literatur

Samstag, 6. Februar 2016

Archaeonik 3: Entwicklung einer Methode

Wie also könnte konkret eine Methode der archäologischen Anwendung aussehen? An dieser Stelle sei dies auf die Ebene der applied archaeology, nicht auf die Risikobewertung oder das Orientierungswissen bezogen, die beide jeweils andere methodische Anforderungen stellen.

Einige wenige Arbeiten liefern dazu erste Gedanken, die hier nur knapp skizziert seien.

Unsere eigenen Überlegungen zur Archaeonik, die bereits einige Jahre her sind (vergl. Dotterweich u.a. 2010) nahmen die terra preta zum Ausgangspunkt der Überlegungen und zieltenauf langfristig nachhaltige Landnutzungssysteme. Mit Hilfe der Systemtheorie sollten frühere Agrarsysteme anaysiert und rekonstruiert werden, wobei methodisch mathematische Modellierungen, Geländeuntersuchungen und Experimente eingesetzt werden sollten, um Potentiale für eine moderne Implementierung zu testen.

Archaeonik: Systemanalyse und Adaption
(Dotterweich u.a. 2010)


Aus einer Ingenieurs-Perspektive sehen Guertler u.a. 2015 sechs methodische Schritte einer Anwendung archäologischen Wissens:
  1. Analyse modern engineering problem
  2. Create problem model
  3. Search for archaeological analogies
  4. Identify archaeological solution concepts
  5. Transfer and adapt solution concepts
  6. Select technical solution.
Aus ihrer Perspektive gestaltet sich die Suche nach archäologischen Analogien als eine Literaturrecherche, verbunden mit persönlichen Gesprächen mit Archäologen. In einer similarity Matrix (Abb. ) werden mehrere Kriterien des archäologischen Befundes abgefragt, um zu prüfen, ob eine technische Adaption für eine moderne technische Lösung möglich ist. Gefragt wird unter anderem nach der konkreten Funktion und den Rahmenbedingungen des archäologischen Befundes, die jeweils mit den modernen technischen Anforderungen abgeglichen werden. 

Similarity Matrix in der Archaeonik
 (aus Guertler u.a. 2015, mit freundl. Genehmigung)


Die Bewertung der Beispiele braucht dabei einige handfeste Kriterien, die allerdings erst noch erarbeitet werden müssen. Einen Ansatz dazu bietet die Studie zu Kenia (vergl. Archaeonik 1). Am konkreten Beispiel wurde eine Liste möglicher Elemente einer applied archaeology aufgestellt (Davies 2012, tab.1):


1. Long-term analysis of the human environment dynamic
a. Analysis of changing land-use patterns; identification and dating of landscape features such as field boundaries, agricultural terraces, irrigation channels, wells, etc.
b. Analysis of ongoing long-term demographic trends; settlement patterns, population sizes and population densities, etc.
c. Analysis of anthropogenically modified soils and vegetation (including improvement and degradation)
d. Analysis of past crop/animal varieties, combinations and novel management strategies
e. Analysis of ongoing regional networks of production, exchange and support acting within and beyond the community level
f. Analysis of cultural systems of access to land (tenure) and inheritance
g. Analysis of ongoing climatic trends and reciprocal human impacts/responses
h. Assessment of past vulnerability to climate change

2. Assessment of environmental narratives
a. Challenging current (and past) environmental narratives (especially those used in development discourse) using archaeological data
b. Providing long-term environmental data-sets to compliment or critique short-term experimental data
c. Developing critical approaches based on long-term data to widely used concepts of adaptation/maladaptation, sustainability, resilience, optimality, 'pristine/natural' environments, stasis/equilibrium etc.

3. Rehabilitation and Indigenous knowledge
a. Rehabilitation of past land management strategies
b. Archaeological analysis of past or ongoing environmental practices/technologies and knowledge and their assessment as possible solutions to modern problems
c. Recovery of past indigenous knowledge (IK) as novel contributions to stores of environmental knowledge

4. Recursivity and scale in socionatural systems
a. General elucidation of long-term continuity and change in socionatural systems with reference to concepts of non-equilibrium, sustainability and resilience
b. Analysis of the temporal and spatial scales of socionatural phenomena especially quantification of rates of change (constant, accelerating, decelerating, scalar) and modes of fluctuation (i.e., linear, scalar, cyclical)

5. Memory and risk management
a. Analysis of community inscription of environmental risks through heritage and memory making
b. Analogous analysis of community impacts and responses to environmental risk in the past



Fazit

Bisherige Überlegungen orientieren sich an methodischen Abläufen des Transfers vergangener Rekonstruktionen. Eine zentrale Aufgabe ist es, genau jenes Wissen über die Verhältnisse zu gewinnen, das für eine Anwendung notwendig ist. Aus Gründen der vielfältigen Formation archäologischer Quellen ist dies vielfach aber kaum möglich. Stürzt darüber der gesamte Ansatz? Oder ist nicht vielmehr die Anregung der entscheidende Punkt, da für die moderne Anwendung ohnehin eine Adaption vorgenommen werden muss und eine 1:1 Übertragung ohnehin ausgeschlossen ist?


Literaturhinweise

  • Davies 2012
    Matthew I. Davies, Some Thoughts on a ‘Useable’ African Archaeology: Settlement, Population and Intensive Farming among the Pokot of Northwest Kenya. African Archaeological Review 2012 (4.10.2012), doi: 10.1007/s10437-012-9118-8 
  • Dotterweich u.a. 2010
    M. Dotterweich/ R. Schreg/ H. Pieplow/ J. Böttcher, Archaeonic: Reconstructing ancient human-environment interactions to sustain modern land use management strategies. Southampton: PAGES Workshop on "Regional integration of past records for management of modern resources and landscapes" - https://www.academia.edu/1672100/Archaeonic_Reconstructing_ancient_human-environment_interactions_to_sustain_modern_land_use_management_strategies
  • Guertler u.a. 2015
    M.R. Guertler/ S. Schaefer/ J. Lipps/ S. Stahl/ U. Lindemann, Achaeonics – How to use archaeological solutions for modern product development. In:Proceedings of the 20th International Conference on Engineering Design (ICED 15), Vol. 1: Design for Life, Milan, Italy, 27.-30.07.2015, S. 65-75. - https://mediatum.ub.tum.de/doc/1277436/1277436.pdf

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verwiesen sei weiterhin auf die Beiträge mit dem Label Lernen aus der Vergangenheit

Donnerstag, 4. Februar 2016

Proteste gegen Reform der Denkmalpflege in Italien

Seit 2014 arbeitet das italienische Ministerium für Kulturgüter und Tourismus (MIBACT) (wikipedia) unter seinem Minister Dario Franceschini an einer Reform der Denkmalpflege, die vor allem zwei Elemente umfasst:
  • eine Herauslösung der Museen aus den Strukturen der Denkmalpflege
  • eine Strukturreform der Denkmalämter (Superintendenzien)
In einer ersten Phase ergaben sich teilweise bereits Veränderungen in den regionalen Zuständigkeiten. Jetzt wird mit einem zweiten Dekret, das am 23. Januar unterschrieben wurde, eine zweite Phase der Reformen umgesetzt. Die archäologische Denkmalpflege und die Bau- und Kunstdenkmalpflege, die bisher von zwei verschiedenen Ämtern wahrgenommen wurden, sollen zusammengefasst werden. Auch die territoriale Neustrukturierung soll mit einer Regionalisierung fortgesetzt werden, die mehr, aber kleinere Ämter (39 statt bisher 17) vorsieht.

Zweifellos, kann man einiges davon nur begrüßen, es gibt aber Zweifel, ob die Umsetzung tatsächlich effektivere Strukturen schafft. Kollegen halten die Denkmalpflege in Italien - entgegen landläufiger Vorurteile über italienische Behörden - für sehr gut organisiert und mit einer prinzipiell recht starken Stellung.
Bedenken bestehen:
  1. ob die Archäologie in den neuen Strukturen gebührend berücksichtigt ist. In kleineren Ämtern steht möglicherweise nicht mehr die ganze Bandbreite an nötiger Expertise zur Verfügung.
  2. dass die betroffenen Denkmalpfleger nicht gehört wurden.
  3. dass schon die erste Phase der Reform die Tätigkeiten der Superintendenzien ein ganzes Jahr blockiert hätten
  4. dass Archive, Magazine und Infrastrukturen nach den neuen Zuständigkeiten aufgeteilt werden müssten
  5. dass die neuen Zuständigkeitsbereiche sich an modernen Verwaltungsgebieten und weniger, wie bisher, an den Schwerpunkten der archäologischen Denkmalpflege orientieren. Die Denkmalpflege im antiken Tarent würde so zu einer Arbeitsstelle in einem entfernteren Amt in Lecce degradiert.  
  6. dass sich ähnliche Reformen in der Denkmalpflege und im Landschaftsschutz in der Vergangenheit sich nicht bewährt hätten.
  7. dass keine klaren Regelungen für die Durchführung von Rettungsgrabungen getroffen seien und die neuen Strukturen so den Anforderungen der Konvention von La Valletta nicht gerecht würden.
Diese Bedenken äußern sich in heftigen Protesten aus den Reihen italienischer Archäologen. Derzeit suchen sie Unterstützer für eine Petition an den zuständigen Minister:
"Das italienische Ministerium für Kulturgüter verfolgt eine radikale Reform des archäologischen Denkmalschutzes. 110 Jahre nach ihrer Gründung sollen die Archäologischen Denkmalämter abgeschafft werden. Die Reform ist innerhalb kürzester Zeit, ohne jegliche Debatte innerhalb des Ministeriums, geplant worden. Zudem gibt es konkrete Hinweise dafür, dass die Bestimmungen zur präventiven Archäologie aus dem neuen Gesetzeskodex der öffentlichen Aufträge gelöscht werden sollen (im Widerspruch zum europäischen Übereinkommen von La Valletta). All dies würde unweigerlich zur Abschaffung der Schutzmaßnahmen für die archäologischen Kulturgüter Italiens führen.
Angesichts der Notwendigkeit, das System des archäologischen Denkmalschutzes zu verbessern, appellieren wir an den Minister den Gesetzesentwurf zurückzuziehen und eine Diskussion mit den Experten der Denkmalpflege in die Wege zu leiten, bei dem auch die internationale Fachwelt involviert werden soll."
Schon früher hat eine andere Petition Unterstützer gesucht, die auch damit argumentiert hat, dass die neuen Strukturen nicht verfassungsgemäß seien:

In Tarent gab es am 30.1. eine Demonstration auf den Stufen der Kirche San Domenico für die Erhaltung des örtlichen Denkmalamtes. Informationen und Bilder dazu wurden mit dem hashtag #iostocontaranto via facebook verbreitet.
Es ist schwer, das Reformprogramm von außen zu beurteilen. Einige Punkte der Reform scheinen im Kern grundsätzlich sinnvoll, entscheidend ist vielleicht eher die Art der Umsetzung, an der die eigentlich Betroffenen nicht beteiligt waren und somit auch deren Erfahrungswerte nicht berücksichtigt sind. Scheinen einige der Bedenken eher der Erhaltung der eigenen Gewohnheiten zu dienen, so gibt es doch viele offene Fragen und eindeutige Risiken. Kleinere Ämter sind für die Bürgernähe sicherlich günstiger, bei entsprechender Personalstärke sind sie auch ein wesentlicher Faktor für die Orts- und Landschaftskenntnis der Konservatoren. Die Aufteilung der Strukturen der Inrastruktur - Bibliotheken, Restaurierung, aber auch inhaltliche Kompetenzen, kann sich aber als ein Problem erweisen. In den Niederlanden wurden bei einer solchen Regionalisierung die lokalen Dienststellen der Denkmalpflege der Möglichkeit beraubt, auf zentrale Kompetenzen zurückzugreifen (vergl. Der Mikwenskandal von Venlo - Archäologie unter Erfolgszwang. Archaeologik [25.6.2014]).   

Maria Pia Guermandi, Archeologia e territorio: l'ultima spallata. Eddyburg (24.1.2016). - http://www.eddyburg.it/2016/01/archeologia-e-territorio-lultima.html
Alessandro Vanzetti, Prähistoriker an der Universität in Rom und derzeit Mitglied des Boards der European Association of Archaeologists hat sich in einem Brief an die EAA-Mitglieder gewandt und auf die aktuelle Petition hingewiesen. Seiner Meinung nach, geht es jetzt nicht so sehr um die Beurteilung, ob die Reformen gut oder schlecht sind, sondern darum, Klarheit über den Prozess zu schaffen und die Fachgemeinschaft einzubinden - zumal es Gerüchte zu einer beabsichtigten Phase 3 der Reform gäbe. ("This is not to say that, in the present situation of uncertainty, one can say whether the reform is definitely "good" or "bad", but that I, and many archaeologists, feel that there should be more involvement of the Community in such an important process, and that the complete trajectory of the reform process should be outlined, as there are rumors speaking of a possible phase 3 of the reform, completing it in the future (next year?)."


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Besten Dank an Leonie Koch und Alessandro Vanzetti

Dienstag, 2. Februar 2016

"wie Drogenhandel oder Zwangsprostitution" (Syrien/ Irak, Januar 2016)

    Der Überblick zu den Kulturgütern in Syrien und Irak im Januar 2016 beschränkt sich diesmal auf nur wenige einordnende Kommentare.

    Meldungen über Plünderungen und Zerstörungen aus Syrien und Irak

      Ein Index über die Berichte von ASOR steht nun online:

        Aleppo (Syrien)
        Zerstörungen durch russische Luftangriffe

        Aktuelle Bilder geben einen Eindruck von Leben und Tod in Aleppo - Ein Wunder, dass aus diesen toten Ruinen noch immer nicht alle Menschen geflohen sind.
        Bilder von der Zitadelle in Aleppo:
        Mossul (Irak)
        Bildunterschrift hinzufügen
        (Foto: Doug 2005 [CC BY SA 4.0] via WikimediaCommons)
        Nahe des Flughafens von Mossul befand sich das älteste christliche Kloster im Irak (s. wikipedia). Das Kloster wurde im späten 6. Jahrhundert gegründet. 1743 war es schon einmal zerstört worden, doch blieben seine nach dem Ersten Weltkrieg teilweise restaurierten Ruinen ein Ziel christlicher Pilger. Am 20.1. meldet AP die Zerstörung des Klosters. Luftbildern zeigen deutlich, dass es bis auf die Grundmauern ausplaniert wurde.

              Daesh

              Eine Karte der Daesh-Zerstörungen auch in Nordafrika und Jemen:
              Die Frage des Daesh-Profits

              Raubgrabungen und Antikenhandel

              Christliches Kulturgut (Glocken, Türen) aus Ma'loula in Syrien ist laut eines Putin-nahen russischen Senders in Baalbek im Libanon aufgetaucht:
              Schon im März 2015 waren in Bulgarien zahlreiche archäologische Funde sicher gestellt worden, darunter auch Objekte, die sicher aus Syrien/Irak stammen:
                Die Rolle des Internethandels:
                      Das alte unbrauchbare Rettungsargument kommt wieder aus der wohlverdienten Versenkung:

                      Verunsicherung zeigt sich ob der unsicheren Informationslage.

                      Diverse allgemeine Berichte zur Lage (bzw. solche, die ich nicht näher klassifiziert habe)


                      Maßnahmen

                      Großbritannien stellt Finanzierung von 30 Mio Pfund für Projekte in Kofliktzonen weltweit zur Verfügung. Aktuelle Projekte betreffen v.a. den Irak.
                      Russische Hilfe
                      Ausbildung für den zukünftigen Wiederaufbau
                      • https://www.restauro.de/stunde-null/ - Interview mit Friedericke Fless,  Das Projekt „Die Stunden Null – eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ setzt darauf, dass "nach Deutschland oder in die Anrainerstaaten geflüchtete Syrer und Iraker, den Wiederaufbau ihrer Städte, ihres kulturellen Erbes planen. Sie sollen dabei auch an Plätzen im Libanon, in Jordanien und in der Türkei erlernen, wie man Denkmäler konserviert und restauriert. Es geht also um das gemeinsame Erarbeiten von Plänen zum und es geht um das Erlernen jener Fertigkeiten, die man dafür braucht." 
                      Flüchtlinge als Führer in Berliner Museen:
                      Arbeit mit Flüchtlingen in Jordanien:

                        Neue deutsche Fassung der Roten Liste der UNESCO für den Irak
                        Online-Kurs:

                          Ein Film
                          künstlerische Aktionen
                          Digitalisierung
                          Dokumentationsmethoden
                          Rolle der Social Media
                          Politische Statements

                          Monika Grütters
                          Forderung nach einem globalen Embargo gegen Blut-Antiken

                           Frankreich als Vorreiter?
                          Es gibt 50 Empfehlungen, gruppiert in 5 Linien:
                          Premier axe: Renforcer l’exemplarité française en matière de protection du patrimoine
                          Deuxième axe: Une initiative française forte pour que la communauté internationale puissese mobiliser en faveur de la protection du patrimoine
                          Troisième axe: Lutter contre le trafic illégal en renforçant la traçabilité des œuvres et lessanctions applicables
                          Quatrième axe: Conserver la mémoire des sites pour mieux les protéger, les faire connaître et construire leur avenir
                          Cinquième axe: Renforcer les coopérations entre les musées pour protéger les collections

                          Aus Anlaß des Weltwirtschaftsgipfels in Davos:
                          Irina Bokova, UNESCO-Direktorin: "Zeit zurückzuschlagen"
                          Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter fordert Aufklärung über die Finanzierungsweise und die Rolle des Antikenhandles ein, um mit Daesh fertig zu werden.
                          US-Senatsausschuss für auswärtige Angelegenheiten für verschärfte gesetzliche Regelungen. Dazu ein Statement der Antiquities Coalition
                          Der iranische Präsident Rohani fordert von der UNESCO äußerste Anstrengungen zum Schutz des Kulturerebes in Syrien und Irak

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                                        Dank an alle, die mit Hinweisen und Übersetzungen ausgeholfen haben!

                                        Montag, 1. Februar 2016

                                        Archaeology Today – Archaeology Tomorrow: Part 2 - Suggesting a solution – “Neoprocessualism”

                                        by Detlef Gronenborn


                                        At this year's beginning Doug Rocks-MacQueen called for another blogging carnival #blogarch.
                                        A few years back there was a survey of archaeologists to determine the 25 Grand Challenges that archaeology could help solve: The results have been published by a group of renowed American scholars in American Antiquity:
                                        • K. W. Kintigh/J. H. Altschul/M. C. Beaudry u. a., Grand Challenges for Archaeology. Am. Ant. 79 (1), 2014, 5–24. pdf.
                                        Detlef Gronenborn has taken over, to give his impressions about current challenges of archaeology. He has contributed two blogposts:

                                        In recent years, maybe beginning already about 10 years ago, the emergence of a new paradigm involving archaeology and other historic sciences was to be observed. This still somewhat gradual change is not so clearly visible within archaeology itself, but rather in disciplines making use of archaeological and historic data, namely Geography, Palaeoclimatology, or Genetics. Kristiansen et al. 2014 refer to this shift as the “Third Science Revolution” in archaeology. Additionally to the fields listed above, long durée time series driving ultimately from archaeological and historic data are increasingly also used in the emerging field of mathematical simulation of historic processes. One aspect of this field is what had been termed “cliodynamics” by Turchin (2008), a mathematical approach aiming at making history – and archaeology – a predictive science.

                                        These diverse and multi-disciplinary approaches will result in a turn towards a more scientistic approach to archaeology, somewhat opposed to the by now largely vanishing post-processual paradigm. This future paradigm might once, in hindsight, be termed “Neoprocessualism”.

                                        Such a turn appears very timely indeed, as these approaches make use of archaeological and historical data with the aim of explaining past modes of change (German Wandlungsprozesse), not with the aim of explaining them per se, but rather with understanding the mechanisms behind “culture change” in general and behind possible future changes in particular. Given, as outlined in part I of thisblog contribution, that we live in a period of what might indeed be a period of grave changes, this seems to be an important objective. Together with other historic sciences may archaeology, with a careful preparation of its long time-scale trajectories’ data, play not only one major but indeed the major role.

                                        In this the many different archaeologies will have to cooperate in information exchange and this on multiple scales from local, to regional to global levels as only multi-scalar approaches will allow to understand the complex dynamics of change. Digitally prepared data bases and their public allocation is but one step in this process towards Neoprocessualism, another is the blending with data from other disciplines with the aim of a multi-disciplinary approach. In archaeology this will typically be data from the environmental sciences and/or palaeoclimatology, but also genetics and linguistics. In Europe, where the anthropology component in archaeology is less emphasized, sociology and the behavioural sciences will contribute hitherto neglected aspects. Thus, “Neoprocessualism” would ultimately have to go much beyond the processual approaches of the past, which had been at least partly rightfully been criticized. Neoprocessual approaches to the past should attempt to seek a balance between external triggers, mechanisms, and the acting individual and the acting groups and communities. Human choice is to be understood within its limiting margins but also with its freedom of action (German Handlungsspielraum).

                                        The argument could certainly be much extended, but the form of a blog contribution seems unfit for a thorough in-depth study.

                                        All I wanted to say here is that such a meta-approach with a predictive aim, based on carefully prepared archaeological data series, may indeed add to an engrossed role of our understanding and dealing with the past, and to an engrossed social and political role of our profession.

                                        References:

                                        K. Kristiansen, Towards a New Paradigm? The Third Science Revolution and its Possible Consequences in Archaeology. Current Swedish Archaeology 22, 2014, 11-34.

                                        P. Turchin, Arise ‘cliodynamics’. Nature 454, 2008, 34-35.

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