Montag, 2. Oktober 2017

Kulturgut in Syrien und Irak (September 2017)

Die Aufmerksamkeit für die Situation in Syrien udn Irak lässt deutlich nach. Mit dem weitgehenden Zurückdrängen des Daesh und einer Stabilisierung des Assad-Regimes hat sich das mediale Interesse anderen Brennpunkten des Wahnsinns zugewandt.
Gleichwohl scheint nun eine wichtige Phase der Schadensbegrenzung. Obgleich keineswegs Frieden herrscht, beginnt vielerorts der Wiederaufbau und die Bestandsaufnahme.

Syrien


Berichte aus einzelnen Orten

Aleppo

Palmyra

Im deutschen Fernsehen gleich zwei Dokumentationen auf zdf und arte, die freilich auf gemeinsamem Material aufbauen. Vorgestellt werden das Projekt ILLICID; bemerkenswert auch die Hinweise auf Raubgrabungslöcher im Bereich der von Daesh zerstörten Tempel.
 

Idlib

Das Museum in Idlib macht Bestandsaufnahme des geplünderten Kulturguts, um künftig Rückgabeforderungen gerichtlich durchzusetzen:

Raqqa

kurze Notiz mit Bildern zum Museum

Hama

Bulldozer-Zerstörungen nicht durch IS, sondern durch die Turkistan Islamic Party in Syria (TIP).
Tell Quarqur: Blick von dem überplanierten kleineren Nordhügel
auff den größeren  südlichen Hügel
(Foto: User:PongoPygmaeus 2007 [PD]
via WikimediaCommons)

Tell Quarqur / Karkar besteht aus zwei Tells mit Besiedlungsresten aus verschiedenen Perioden, Vor 2010 fanden hier Forschungen der American School of Oriental Research statt (dt. wikipedia; engl. wikipedia). Nach den Bildern wurde quer über den kleineren nördlichen Hügel ein Weg planiert. 

Nimrud

Maßnahmen gegen Kulturgutverlust

British Army stellt eine Einheit Monuments Men auf:

Daesh-Kulturzerstörer sollen zu Verantwortung gezogen werden.

UN-Sicherheitsrat Resolution 2379/2017zeilt darauf ab, die Verbrechen des Daesh zu verfolgen, darunter auch die Zerstörungen von Kulturgut. Eine Ermittlergruppe der UN wurde eingesetzt.

als sei alles ganz normal in Syrien...

Ungarisches Projekt am Krak des Chevaliers
DGAM bei Blue Shield-Konferenz in Wien



Links

frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (u.a. monatliche Reports, insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak

Dank an diverse Kollegen für Hinweise.

Keine Kommentare: